Wohnraum Xanten

Fünf Maßnahmen für mehr bezahlbaren Wohnraum in Xanten

Wir wollen ein Xanten, das sich alle leisten können. Für viele Xantenerinnen und Xantener wird es immer schwieriger, bezahlbaren und passenden Wohnraum zu finden. Xanten braucht dringend eine zielgerichtete, konsequente und nachhaltige Wohnungspolitik.

1. Mehr Wohnungen für Xanten

Der Xantener Wohnungsmarkt ist angespannt, was sich in einem deutlichen Anstieg der Mietpreise in den letzten Jahren zeigt. Hinzu kommt das geringe Angebot an Wohnungen, die besonderen Bedürfnissen gerecht werden. So finden zum Beispiel junge Menschen bei ihrem Auszug kaum kleine Wohnungen. Auch barrierefreie Wohnungen sind knapp. Daher braucht Xanten eine konsequente Ausweisung von Wohnungen bei der Entwicklung neuer Bauflächen. Ein bestimmter Anteil dieser Wohnungen muss verpflichtend preisgedämpft und barrierefrei sein.

2. Stärkerer öffentlicher Wohnungsbau

In Xanten gibt es ungefähr 9.700 Wohnungen. Von diesen 9.700 Wohnungen sind nur 300 Wohnungen im Besitz öffentlicher Wohnungsunternehmen (LEG und Grafschaft Moers) – also nur circa 3,1 Prozent. Dabei kommt dem öffentlichen Wohnungsbau eine Schlüsselfunktion bei der Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum zu. Die dort gezahlten Mieten liegen deutlich unter Xantener Durchschnittsmieten. Allerdings drohen bis zum Jahr 2030 circa 40 Prozent der preisgebundenen Wohnungen wegzufallen. Vor diesem Hintergrund fordern wir eine Ausweitung des öffentlichen Wohnungsbestandes durch entsprechende Baulandbereitstellung. Um die städtischen Belange nachhaltig und unabhängig steuern zu können, muss die Gründung einer Xantener Wohnungsbaugesellschaft geprüft werden.

3. Bezahlbare Bauflächen und verantwortungsvolle Bodenpolitik

In Xanten sind die Bodenpreise deutlich teurer als in unseren Nachbarkommunen. Dies hat zur Folge, dass Bürgerinnen und Bürger in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen gezwungen sind, aus Xanten wegzuziehen. Wir fordern daher nachhaltige städtische Bodenpolitik. Es braucht eine neue Art der städtischen Flächenvermarktung, die nicht alleinig dem einmaligen Ausgleich des städtischen Haushalts dient. Denkbar wäre ein Erbbaumodell für Xanten, das sowohl für Erwerber als auch für die Stadt Vorteile bietet. Die Erwerber hätten einen Finanzierungsvorteil in Form des Erbbauzinses, die Stadt hätte regelmäßige Einnahmen und sie behielte den Einfluss auf die künftigen Entwicklungen des Grundstücks.

4. Förderung junger Familien

Familien sind das Xanten von Morgen. Daher muss die städtische Wohnungs- und Bodenpolitik eine zukunftsgerichtete Förderung von Familien unbedingt im Blick haben. Die bevorzugte und preisreduzierte Vergabe von Bauflächen zur Eigentumsbildung junger Familien ist ein Teil dieser Förderung. Darüber hinaus sollte der Erwerb von freiwerdenden, bestehenden Immobilien als ein nachhaltiger Beitrag für familienfreundliches Wohnen finanziell unterstützt werden.

5. Nachhaltige Baulandpolitik

Die großflächige Ausweisung von neuen Baugebieten außerhalb bestehender Bebauung muss planvoll und dem Bedarf entsprechend erfolgen. Denn die Kosten zur Erstellung einer gesamten neuen Infrastruktur für Neubaugebiete sind hoch. Vor diesem Hintergrund bedarf es eines konsequenten städtischen Vorgehens bei der Ausweisung von Bauflächen im Bestand. Durch geeignete Instrumente sollten diese Flächenpotentiale behutsam entwickelt werden, um das kostbare Gut Boden zu bewahren, aber auch um Kosten zu sparen.

Fazit

Es darf nicht sein, dass ein Teil unserer Bürgerinnen und Bürger gezwungen sind, aus unserer Stadt wegzuziehen. Die städtische Wohnungs- und Bodenpolitik muss hier alle Menschen im Blick behalten. Dabei sind die Anforderungen an das Wohnen so bunt wie das Leben. Heute haben wir die Chance, diese Weichen zu stellen – mit planvollen und nachhaltigen Handeln.

Symbolfoto: MATTHIAS BUEHNER – stock.adobe.com

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Volker Markus

Volker Markus

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